DAS BUCH LUZIFER - (Luft) Teil4

Veröffentlicht auf von koma1980

EINIGE ANHALTSPUNKTE FÜR EIN NEUES SATANISCHES ZEITALTER

Die sieben Todsünden der christlichen Kirche
sind: Gier, Eitelkeit, Neid, Zorn, Gefräßigkeit,
Wollust und Faulheit. Der Satanismus
befürwortet jede dieser „Sünden“, da sie alle zu
körperlicher, geistiger oder emotionaler Befriedigung
führen.
Eis Satanist weiß, dass nichts verkehrt daran ist, gierig zu
sein, da es nur bedeutet, dass er mehr besitzen will, als er
schon hat. Neid bedeutet, mit wohlwollen auf den Besitz
anderer zu blicken und den Wunsch zu haben, ähnliche
Dinge auch zu bekommen. Neid und Gier stacheln den
Ehrgeiz an - und ohne Ehrgeiz kann kaum etwas erreicht
werden.
Gefräßigkeit bedeutet einfach, mehr zu essen als man
zum Leben braucht. Wenn du dich bis zur Fettleibigkeit
überfressen hast, wird eine andere Sünde - die Eitelkeit -
dich motivieren, wieder ein solches Aussehen
anzustreben, dass deine Selbstachtung wiederhergestellt
wird.
Jeder, der sich ein Kleidungsstück in anderer Absicht
kauft, als seinen Körper damit zu bedecken und ihn vor
den Naturgewalten zu schützen, macht sich der Eitelkeit
schuldig. Satanisten treffen häufig auf Spötter, die
behaupten, dass es nicht nötig sei sich zu schmücken.

Man muss diesen Verweigerern klarmachen, dass auch
sie das eine oder andere Teil tragen, das nicht benötigt
wird, um sich warmzuhalten. Es gibt keinen einzigen
Menschen auf der Welt, der sich überhaupt nicht
schmückt. Der Satanist kann anhand solcher
Dekorationen beweisen, dass auch jeder Spötter eitel ist.
So wortgewandt der Zyniker auch erklären mag, wie frei
er ist, er wird doch immer die Elemente der Eitelkeit
tragen.
Morgens ungern aufzustehen heißt, sich der Faulheit
schuldig zu machen, und wenn du lange genug im Bett
liegst, wirst du dich gleich bei der nächsten Sünde
ertappen - der Wollust. Das kleinste Gefühl von Erregung
zu empfinden bedeutet schon, sich der Wollust schuldig
zu machen. Um den Fortbestand der Menschheit zu
sichern, machte die Natur die Lust zum wichtigsten
Instinkt nach der Selbsterhaltung. Als die christliche
Kirche dies bemerkte, erklärte sie die Unzucht zur
„Erbsünde“ und stellte somit sicher, dass niemand dieser
Sünde entgehen kann. Dass du am Leben bist, ist also das
Ergebnis einer Sünde - der erbsünde!
Der stärkste Instinkt jedes Lebewesens ist der
Selbsterhaltungstrieb, welcher uns zu der letzten der
sieben Todsünden bringt - dem Zorn! Ist es nicht unser
Selbsterhaltungstrieb, der geweckt wird, wenn uns
jemand ein Leid zufügt und wir so zornig werden, dass
wir uns vor einem weiteren Angriff schützen? Ein
Satanist handelt nach dem Motto: „Schlägt dir jemand
auf die eine Wange, schlage ihn auf die Andere!“ Lass
kein Unrecht ungerächt! Sei wie ein Löwe auf der Jagd -
sei gefährlich, auch in der Niederlage!

Wenn die natürlichen Triebe den Menschen zur Sünde
verleiten, dann sind alle Menschen Sünder; und alle
Sünder kommen in die Hölle. Wenn jeder in die Hölle
kommt, dann trifft er dort alle seine Freunde wieder. Der
Himmel ist demnach nur mit einigen wenigen Wesen
bevölkert, die ziemlich seltsam sein müssen, wenn sie
nur dafür gelebt haben, einen Platz zu bekommen, an
dem sie für immer auf Harfen klimpern dürfen.
Die Zeiten haben sich geändert. Religiöse Führer
predigen nicht länger, dass alle unsere natürlichen
Handlungen sündhaft sind. Wir glauben nicht mehr, dass
Sex schmutzig ist - oder dass es eine Schande ist, stolz
auf sich zu sein - oder dass es lasterhaft ist, etwas haben
zu wollen, das ein anderer hat. Natürlich nicht, denn die
Zeiten haben sich geändert! Wenn du einen Beweis dafür
willst, dann schau dir nur an, wie liberal die Kirchen
geworden sind. Warum? Sie praktizieren genau das, was
du predigst!
Satanisten hören immer wieder solche und ähnliche
Aussagen; und sie stimmen aus vollem Herzen zu. ABER
wenn die Welt sich so sehr verändert hat, warum sollte
man dann weiterhin nach dem Strohhalm eines
aussterbenden Glaubens greifen? Wenn so viele
Religionen ihre eigenen Schriften verneinen, weil sie
nicht mehr aktuell sind und stattdessen die Philosophien
des Satanismus predigen, warum nennen sie ihn dann
nicht bei seinem richtigen Namen - Satanismus? Das
wäre auf jeden Fall weniger geheuchelt.
In den letzten Jahren hat man versucht, das geistige
Konzept des Christentums menschennäher zu gestalten.

Das sieht man an ganz offensichtlich ungeistigen Mitteln.
Messen, die früher in Latein gehalten wurden, werden
jetzt in einheimischen Sprachen gelesen, was jedoch nur
dazu führt, dass man den Unsinn leichter durchschaut,
und es beraubt gleichzeitig die Zeremonie des
esoterischen Charakters, der zu den Inhalten der
Glaubenssätze gehört. Man kann viel leichter Emotionen
mit unverständlichen Worten und Sätzen wecken als mit
Aussagen in einer verständlichen Sprache, die selbst der
Einfältigste versteht und hinterfragen wird.
Hätten die Priester und Pfarrer vor hundert Jahren
versucht, ihre Kirchen durch Maßnahmen zu füllen, wie
sie heute angewandt werden, so hätten sie sich der
Ketzerei schuldig gemacht, man hätte sie als Teufel
bezeichnet und sie wären vielfach verfolgt, auf jeden Fall
aber ohne zu zögern exkommuniziert worden.
Die frommen Eiferer jammern „Wir müssen mit der Zeit
mithalten“, und vergessen dabei, dass bedingt durch die
Schranken und tief verwurzelten Gesetze der Weißlicht-
Religionen niemals ausreichend Änderungen
vorgenommen werden können, um den Bedürfnissen der
Menschen zu entsprechen.
Die alten Religionen haben immer nur die geistige
Wesensart des Menschen berücksichtigt und sich kaum
oder gar nicht um seine körperlichen oder irdischen
Bedürfnisse gekümmert. Sie haben dieses Leben nur als
Durchgangsstation und das Fleisch lediglich als Hülle
angesehen; physische Freuden als unbedeutend und
Schmerz als Vorbereitung auf das „Königreich Gottes“.
Wie deutlich wird doch diese ganze Heuchelei, wenn die

„Gerechten“ Veränderungen an ihrer Religion
vornehmen müssen, um mit der natürlichen Veränderung
des Menschen mitzuhalten! Der einzige Weg, das
Christentum den Bedürfnissen des Menschen
vollkommen anzupassen ist, so zu werden, wie der
Satanismus JETZT ist!
Eine NEUE Religion ist notwendig, eine, die auf den
natürlichen Trieben des Menschen basiert. Diese
Religion hat einen Namen. Sie heißt Satanismus. Und
diese verpönte Kraft ist es, die die religiöse Kontroverse
über die Geburtenkontrolle ausgelöst hat - ein mürrisches
Zugeständnis, dass sexuelle Handlungen aus Lust ihre
Existenzberechtigung haben.
Es ist der „Teufel“, der die Frauen dazu bringt, ihre
Beine zu zeigen, um die Männer zu reizen - dieselben
Beine, die man heutzutage sogar bei jungen Nonnen
betrachten darf, die in ihren immer kürzer gewordenen
Kleidern herumlaufen. Welch reizvoller Schritt in die
rechte (oder linke) Richtung! Werden wir bald Nonnen
„oben ohne“ sehen können, die ihre Körper lustvoll zum
„Missa Solemnis-Rock“ schwingen? Satan lächelt und
sagt, dass ihm das sehr gefallen würde - schließlich sind
viele Nonnen sehr hübsch und haben schöne Beine.
Viele Kirchen, besonders die mit den größten
Gemeinden, haben ausgesprochen sinnliche Musik, die
zum mitklatschen anregt,- sind also auch satanisch
inspiriert. Der Teufel hat schon immer die besten Lieder
gekannt.

Kirchliche Picknickveranstaltungen sind trotz Tante
Emmas Gerede über die großzugige Ernte des Herrn
nichts anderes als eine gute Ausrede für sonntägliche
Fressorgien; und jeder weiß, dass in den Büschen weit
mehr passiert als nur Bibellesungen!
Die Basare, auf denen Geld für die Kirche eingenommen
werden soll, gleichen oft einem Volksfest (englisch:
„carnival“). Ein Karneval war eine Feier des Fleisches.
Heutzutage wird eine solche Veranstaltung toleriert, weil
das Geld der Kirche zufließt, die dann damit gegen die
Versuchungen des Teufels predigen kann! Sie sagen,
dass diese Dinge nur heidnische Bräuche und
Zeremonien sind - die die Christen lediglich für ihre
Zwecke ausgeliehen haben. Das stimmt, aber die Heiden
genossen die Freuden des Fleisches in vollen Zügen, und
wurden dafür von genau den Leuten verurteilt, die ihre
Rituale zelebrieren, aber sie anders nennen.
Priester und Pfarrer marschieren an der Spitze von
Friedensdemonstrationen und legen sich auf die
Eisenbahnschienen vor Züge mit kriegsmaterial mit der
gleichen Hingabe, mit der ihre geistlichen Brüder aus den
gleichen Seminaren die Kugeln, Bomben und Soldaten
als Kaplane in den Streitkräften segnen. Irgend etwas
muss hier falsch laufen. Könnte es sein, dass Satan dazu
befähigt ist, als Ankläger aufzutreten? Sie haben ihn
tatsächlich so genannt!
Wenn ein Welpe heranwächst, wird er zum Hund; wenn
Eis schmilzt, nennt man es Wasser; wenn zwölf Monate
vorüber sind, kaufen wir uns einen neuen Kalender mit
der richtigen chronologischen Bezeichnung; wenn

„Magie“ zur wissenschaftlichen Tatsache wird, sprechen
wir von Medizin, Astronomie usw. Wenn eine
Bezeichnung nicht mehr zu einer bestimmten Sache
passt, ist es logisch ihr einen Namen zu geben, der sie
besser beschreibt. Warum bekennen wir dann nicht Farbe
bei der Religion? Warum sollte man eine Religion beim
alten Namen nennen, wenn die Inhalte dieser Religion
nicht mehr mit den ursprünglichen übereinstimmen?
Oder aber, wenn die Religion dieselben Dinge predigt
wie gehabt, ihre Anhänger jedoch so gut wie keine ihrer
Lehren mehr praktizieren, warum nennen sie sich dann
immer noch Anhänger dieser Religion?
Wenn du nicht daran glaubst, was deine Religion lehrt,
warum solltest du dann weiterhin einen Glauben
unterstützen, der im Widerspruch zu deinen Gefühlen
steht? Du würdest nie jemanden wählen, an den du nicht
glaubst, warum also gilt deine kirchliche Wahl einer
Religion, die nicht im Einklang mit deiner Überzeugung
steht? Du würdest niemals für eine Person oder ein
Thema stimmen, wenn du nicht damit einverstanden bist,
warum solltest du dein kirchliches Stimmrecht ausüben
für eine Religion, die nicht deinen Vorstellungen
entspricht? Du hast kein Recht, dich über eine politische
Situation zu beschweren, wenn du sie selbst gewählt oder
in irgendeiner Form unterstützt hast - das schließt auch
ein, sich zurückzulehnen und selbstzufrieden den
Nachbarn, die mit dieser Situation einverstanden sind,
zuzustimmen, nur weil du zu faul oder zu feige bist,
deine Meinung zu sagen. Genauso ist es mit der Wahl der
Religion. Auch wenn du nicht völlig offen deine
Meinung sagen kannst wegen negativer Folgen beim
Arbeitgeber, bei Behörden etc., kannst du wenigstens

ehrlich gegenüber dir selbst sein. Im Privatbereich deines
eigenen Heimes und bei deinen besten Freunden musst
du die Religion unterstützen, der DEINE Interessen am
meisten am Herzen liegen.
„Der Satanismus hat eine sehr vernünftige Grundlage“,
sagen die Emanzipierten. „Aber warum nennt man ihn
Satanismus? Warum nicht irgend etwa so wie
„Humanismus“, oder etwas, das nach Hexentum klingt,
mehr esoterisch - weniger krass?“ Dafür gibt es mehr als
einen Grund. Humanismus ist keine Religion. Es ist nur
eine Art zu leben, ohne Zeremonie oder Dogma.
Satanismus aber hat beides, Zeremonie und
Glaubenslehre. Und Dogma ist notwendig, wie später
noch erläutert wird.
Der Satanismus unterscheidet sich von allen anderen
sogenannten Weißlicht - oder magischen Gruppen, und
„Weißen“ - Hexenzirkeln, die es heute auf der Welt gibt.
Diese selbstgerechten und hochmütigen Religionen
beteuern, dass ihre Mitglieder die Kräfte der Magie nur
aus Nächstenliebe einsetzen. Satanisten blicken mit
Verachtung auf weißmagische Gruppen, weil sie fühlen,
dass Nächstenliebe eine Versündigung gegen den
festgelegten Lebensplan ist. Es ist unnatürlich, nicht das
Bedürfnis zu haben, Sachen für sich selbst zu erreichen.
Der Satanismus stellt eine Art kontrollierter Selbstsucht
dar. Damit ist nicht gemeint, dass man nie etwas für
einen anderen tut. Wenn du etwas tust, um jemanden, der
dir viel bedeutet, glücklich zu machen, wird seine Freude
dir ein Gefühl der Befriedigung geben.

Der Satanismus befürwortet eine abgewandelte Form der
Goldenen Regel. Unsere Interpretation dieser Regel
lautet: „Tue andern, was sie dir tun; denn wenn du
„anderen tust, was du gern hättest, dass sie dir tun“ und
sie dich daraufhin schlecht behandeln, so ist es wider die
menschliche Natur, weiterhin rücksichtsvoll zu ihnen zu
sein. Du solltest anderen tun, wie du möchtest, dass sie
dir tun, aber wenn deine Höflichkeit nicht erwidert wird,
sollten sie mit dem Zorn, den sie verdienen, behandelt
werden.“
Weißmagische Gruppen sagen, wenn jemand einen Fluch
aussendet, kommt dieser dreifach zu ihm zurück, nistet
sich bei ihm ein oder fällt in irgendeiner Form als
Boomerang auf den Absender zurück. Das ist ein nur
weiterer Beweis für die schuldgeplagte Philosophie
dieser neo-paganistischen, pseudo-christlichen Gruppen.
Weiße Hexen wollen sich im Hexentum üben, können
sich aber nicht von dem Stigma lösen, das an ihm haftet.
Darum nennen sie sich weiße Magier und stützen
fünfundsiebzig Prozent ihrer Philosophie auf die
abgenutzten, abgedroschenenLehren des Christentums.
Jeder, der behauptet, an Magie und Okkultismus aus
einem anderen Grund als dem der persönlichen
Machterlangung, interessiert zu sein, ist der schlimmste
Heuchler. Der Satanist respektiert das Christentum
wenigstens deshalb, weil es in seiner schuldbehafteten
Philosophie konsequent ist, kann aber nur Verachtung
empfinden für Menschen, die sich angeblich von dem
Schuldgefühl befreit haben, indem sie sich einem
Hexenzirkel anschließen und dann dieselben
philosophischen Grundlagen praktizieren wie das
Christentum.

Weiße Magie wird angeblich nur für gute oder
uneigennützige Zwecke eingesetzt, und Schwarze Magie,
so heißt es, nur aus selbstsüchtigen oder „bösen“
Beweggründen. Der Satanist kennt keine solche
Trennung. Magie ist Magie, ob sie nun eingesetzt wird,
um zu helfen oder zu schaden. Der Satanist als Magier
sollte die Fähigkeit besitzen, zu entscheiden was richtig
ist, und dann die Kräfte der Magie einsetzen, um seien
Ziele zu erreichen.
Während weißmagischer Zeremonien stehen die
Teilnehmer inmitten eines Pentagramms, um sich vor den
„bösen“ Kräften zu schützen, die sie um Hilfe anrufen.
Dem Satanisten erscheint es einigermaßen unaufrichtig,
diese Kräfte zu rufen, wenn man sich gleichzeitig vor
ihnen schützt. Er weiß, dass er die Kräfte der Dunkelheit
nur dann wirksam und ehrlich zu seinem Vorteil
einsetzen kann, wenn er sich mit ihnen verbündet.
Bei einer satanischen magischen Zeremonie tanzen die
Teilnehmer nicht händchenhaltend „Ringelreihen“ im
Kreis; verbrennen keine Kerzen in verschiedenen Farben für unterschiedliche Wünsche; rufen nicht die Namen
von „Vater, Sohn und heiligem Geist“ an, während sie
angeblich die Schwarzen Künste praktizieren; sie wählen
sich keinen „Heiligen“ als persönlichen Führer zur
Lösung ihrer Probleme; sie tauchen sich nicht in Duftöle,
in der Hoffnung, dass das Geld dann vom Himmel falle;
sie meditieren nicht, um zu einem „großen geistigen
Erwachen“ zu kommen; sie rezitieren keine endlosen
Zaubersprüche, in denen der Name „Jesus“ der guten
Ordnung halber alle paar Worte lang vorkommt, und so
weiter und so fort.

DENN DAS IST NICHT die Art, wie satanische Magie
praktiziert wird. Wer sich nicht von heuchlerischer
Selbsttäuschung befreien kann, wird niemals ein
erfolgreicher Magier, geschweige denn ein Satanist
werden.
Die satanische Religion hat die Münze nicht nur ein
bisschen angehoben, sie hat sie komplett umgedreht.
Warum sollte sie also Prinzipien unterstützen, die sie
komplett ablehnt und sich anders bezeichnen als mit dem
Namen, der die im Gegensatz dazu stehenden Doktrinen
der satanischen Philosophie am besten trifft? Der
Satanismus ist keine Weißlicht-Religion; er ist eine
Religion des Fleisches, des Irdischen, Körperlichen - und
all dies wird von Satan regiert, der Verkörperung des
Pfades zur Linken.
Unvermeidlich kommt als nächste Frage: „Zugegeben,
man kann ihn nicht Humanismus nennen, weil
Humanismus keine Religion ist, aber warum braucht man
dann überhaupt eine Religion, wenn alles, was ihr macht,
sowieso von Natur aus geschieht? Warum kann man es
nicht einfach so tun?
Der moderne Mensch hat einen langen Weg hinter sich;
er wurde von den unsinnigen Dogmen vergangener
Religionen ernüchtert. Wir leben in einem Zeitalter der
Aufklärung. Die Psychiatrie hat große Anstrengungen
unternommen, um den Menschen über seine wirkliche
Persönlichkeit aufzuklären. Wir leben in einem Zeitalter
eines Intellektuellen Bewusstseins, wie es die Welt noch
nie gesehen hat.

Das ist alles schön und gut, ABER - es gibt eine Hacken
bei diesem neuen Geisteszustand. Etwas vom Verstand
her zu akzeptieren, ist das eine, aber ist etwas völlig
anderes, etwas auch vom Gefühl her zu akzeptieren. Ein
Bedürfnis, das die Psychiatrie nicht erfüllen kann, ist das
dem Menschen angeborene Bedürfnis, das die Psychiatrie
nicht erfüllen kann, ist das dem Menschen angeborene
Bedürfnis nach Gefühlsregungen durch Dogma. Der
Mensch braucht Zeremonien und Rituale, Phantasie und
Bezauberung. Die Psychiatrie hat, trotz allem Positiven,
das sie erreicht hat, den Menschen der Wunder und der
Phantasie beraubt, die früher von der Religion
bereitgehalten wurden.
Der Satanismus hat die heutigen Bedürfnisse der
Menschen erkannt und füllt die große graue Leere
zwischen Religion und Psychiatrie. Die satanische
Philosophie verbindet die Grundlage der Psychologie mit
guten, ehrlichen Gefühlsregungen bzw. Dogma. Sie
versorgt den Menschen mit der Phantasie, die er so nötig
braucht. Es ist nichts falsch an Dogmen, vorausgesetzt
sie basieren nicht auf Ideen oder Handlungen, die völlig
gegen die menschliche Natur verstoßen.
Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten ist eine
Gerade. Wird alle Schuld, die sich angesammelt hat, in
Vorteile umgewandelt, so entfällt die Notwendigkeit der
intellektuellen Reinigung der Psyche von solchen
Zwängen. Der Satanismus ist die einzige bekannte
Religion, die den Mensch so akzeptiert wie er ist, und
den Grundsatz unterstützt, das Schlechte in Gutes
umzuwandeln, anstatt sich zu verbiegen, um das
Schlechte auszulöschen.

Wenn du also deine Probleme mit dem gesunden
Menschenverstand analysiert hast und berücksichtigst,
was uns die Psychiatrie lehrt, und du dich trotzdem nicht
von ungerechtfertigter Schuld lösen und deine Theorien
in die Tat umsetzen kannst, dann solltest du lernen, deine
Schuld für dich arbeiten zu lassen. Du solltest dich nach
deinen natürlichen Instinkten richten, und wenn du das
nicht kannst, ohne dich schuldig zu fühlen, dann
schwelge in deiner Schuld. Das hört sich vielleicht wie
ein Widerspruch an, aber wenn du darüber nachdenkst,
kann Schuld auch als Anregung für die Sinne dienen. Die
Erwachsenen täten gut daran, sich von den Kindern eine
Lektion erteilen zu lassen. Kinder haben oft große Freude
daran, Dinge zu tun, die sich nicht tun sollen.
Ja, die Zeiten haben sich geändert, aber der Mensch
nicht. Die Grundlagen des Satanismus haben schon
immer existiert. Das einzig wirklich Neue daran ist die
formelle Organisation einer Religion, die auf den
grundlegenden Charaktereigenschaften der Menschen
beruht. Über die Jahrhunderte hinweg wurden prachtvolle
Bauten aus Stein, Beton, Mörtel und Stahl der
menschlichen Abstinenz gewidmet. Es ist höchste Zeit,
dass die Menschen aufhören, sich selbst zu bekämpfen
und stattdessen ihre Zeit dem Bau von Tempeln der
Sinnesfreude widmen.
Auch wenn die Zeiten sich geändert haben und immer
ändern werden, bleibt der Mensch im Grunde derselbe.
Zweitausend Jahre lang tat der Mensch Buße für etwas,
für das er sich gar nicht hätte schuldig fühlen müssen.
Wir heben es satt, uns die Freuden des Lebens zu
versagen, die uns zustehen. Wie früher braucht auch der

Mensch von heute die Freude am hier und jetzt, anstatt
auf seine Belohnung im Himmelreich zu warten. Warum
sollte man also keine Religion haben, die auf
Sinnesfreude beruht? Sie steht auf jeden Fall im Einklang
mit dem Wesen des Tieres. Wir sind nicht länger
demütige Schwächlinge, die vor einem ungnädigen Gott
zittern, dem es egal ist, ob wir leben oder sterben. Wir
sind selbstbewusste, starke Menschen - wir sind
Satanisten!
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