DAS BUCH BELIAL - (Erde) Teil3

Veröffentlicht auf von koma1980

DERRITUALRAUM ODER DIE
„INTELLEKTUELLE
UNTERDRUCKKAMMER“

Eine magische Zeremonie kann allein oder in einer
Gruppe durchgeführt werden, aber die jeweiligen
Vorteile sollten geklärt werden.
Ein Gruppenritual fördert sicher mehr die Stärkung des
Vertrauens und das Gefühl der Macht als eine private
Zeremonie. Das Zusammentreffen von Leuten, die sich
derselben Philosophie verschrieben haben, bringt einfach
eine Erneuerung des Vertrauens in die Kräfte der Magie
mit sich. Die religiöse Prachtentfaltung unterstützt dieses
Gefühl. Wenn Religion dagegen dauerhaft zu einer
einsamen Angelegenheit wird, dann führt sie zu
Selbstverleugnung und eigenbrödlerischem Verhalten.
Aus diesem Grund sollte der Satanist versuchen, andere
Leute zu finden, mit denen er zusammen diese
Zeremonien durchführen kann.
Bei einem Fluch oder Schadensritual hilft es dem Magier
manchmal, wenn seine Wünsche durch andere
Gruppenmitglieder verstärkt werden. Es gibt nichts bei
dieser Art von Zeremonie, das die Teilnehmer in
Verlegenheit bringen kann, da die wichtigsten
Bestandteile des Rituals der Zorn und die symbolische
Vernichtung des Opfers sind.

Dagegen lässt sich ein Mitleidsritual, bei dem Tränen
fließen oder ein sexualmagisches Ritual mit Masturbation
und Orgasmus, am erfolgreichsten allein durchführen.
Im Ritualraum ist kein Platz für Befangenheit, es sei
denn, dass diese Befangenheit Bestandteil einer Rolle ist,
die zum eigenen Vorteil gespielt wird, z.B.: die
zurückhaltende Frau, die Scham verspürt, wenn sie als
Altar dient und durch ihre Verlegenheit plötzlich eine
sexuelle Stimulation empfindet.
Auch bei einem ganz persönlichen Ritual sollten die
einleitenden Anrufungen und Gerätschaften vor den
intimen Phantasien und Handlungen eingesetzt werden.
Der formale Teil des Rituals kann im selben Raum
ausgeführt werden wie das anschließende persönliche
Werk - oder die formale Zeremonie in einem und die
persönliche an einem anderen. Anfang und Ende des
Rituals müssen in dem Raum stattfinden, wo die
symbolischen Gegenstände sind (Altar, Kelch etc.).
Der formale Beginn und das Ende der Zeremonie sind
dogmatisch und anti-intellektuell und sollen die Welt
draußen abgrenzen von den Aktivitäten im Ritualraum,
wo der Wille nicht abgelenkt werden darf. Dieser Aspekt
der Zeremonie ist ganz besonders wichtig für den
Intellektuellen, da speziell er den „Unterdruck“-Effekt
des Raumes nötig hat, in Form von Gesang, Glocken,
Kerzen und anderen Dingen, bevor er seinen reinen
Willen bei der Darstellung und Anwendung seiner
Vorstellungen zielgerichtet einsetzen kann.

Wie alle religiösen Handlungen kann die „intellektuelle
Unterdruckkammer“ des satanischen Tempels als
Trainingsraum für zeitweilige Unwissenheit bezeichnet
werden. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass der
Satanist weiß, dass er eine Art künstlicher Unwissenheit
ausübt, um seinen Willen zu stärken, wogegen andere
religiöse dies nicht wissen - oder wenn sie es wissen, sich
sofort in der Kunst der Selbstverleugnung üben, die
solche Erkenntnisse verbietet. Ihr Selbstbewusstsein ist
bereits von der religiösen Indoktrination viel zu
angeschlagen, als dass sie einen Sachverhalt wie
selbstauferlegtes Unwissen zugeben könnte!
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